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Woran erkenne ich eine gute Beratung? – Oder – Ratschläge sind auch Schläge!

1. Juni 2010 von J. R. Remme

Ein wichtiges Kriterium, ob eine Beratung gut ist, ist natürlich ihr Gefühl, das sie während der Beratung haben.

Fühle ich mich angenommen, ist der Berater freundlich und wertschätzend?

Diese Mindestanforderungen sollte jeder Berater erfüllen.

Doch reicht das aus? Ist es das, was ich will? Investiere ich Geld und Energie in eine Beratung, die mir im Wesentlichen sagt, dass ich ein liebenswerter Mensch bin… oder will ich mehr?

In Wahrheit ist es doch so, dass jeder, der bewusst eine Beratung in Anspruch nimmt, ziemlich genau weiß, wo die Ursachen seines derzeitigen Problems liegen und er geht deshalb zu einem Berater, weil er sich mit diesen Ursachen auseinander setzen will (obwohl er gleichzeitig auch Angst davor hat).

D. h., er erhofft sich eine wertschätzende Konfrontation  mit seinen Anteilen, die ihm sein aktuelles Leben erschweren  –  und er ist auf der Suche nach Lösungen für ein glücklicheres Leben.

Nun gibt es Berater, die aus unterschiedlichen Gründen dazu neigen, Ratschläge zu geben, d. h. fertige Lösungen anzubieten.

Eine solche Beratung ist ziemlich wertlos, sie kostet lediglich ihr Geld und bringt für ihre Entwicklung  und ihren Wunsch für ein glücklicheres Leben überhaupt nichts! Das einzige was ihnen nach einer solchen Beratung bleibt ist oftmals ein nachträgliches Gefühl von Ärger oder noch schlimmer – von Resignation.

Die Begründung für diese Behauptung liefert uns die tiefenpsychologische Analyse der Persönlichkeit.

Der Teil unserer Gefühle in der Persönlichkeit (Kind-Ich) wehrt sich grundsätzlich gegen Ratschläge, weil sie ihm das Gefühl vermitteln, „alleine kannst du es nicht, ohne meine Ratschläge bist du nicht lebensfähig“. Dieser Mechanismus des Widerstandes ist sehr sinnvoll; hierdurch zeichnet sich unsere individuelle Persönlichkeit aus. Aus ihm ziehen wir unseren Selbstwert. D. h., Ratschläge gefährden unseren Selbstwert und werden deshalb rigoros von einem gesunden Unterbewusstsein abgelehnt.

In der Praxis bedeutet dies, dass wir zwar manchmal vordergründig und vorschnell Ratschlägen zustimmen und uns möglicherweise sogar gut fühlen, weil wir an die Lösung glauben „wollen“.

Wir werden solche Lösungen jedoch niemals umsetzen, weil es nicht unsere Lösungen sind und nach einigen Tagen werden wir wieder „in den alten Trott“ verfallen und weiter unglücklich sein…

Deshalb meine These zum Abschluss dieses kurzen Artikels:

Eine gute Beratung (guten Berater) erkenne ich daran, dass er mich auf eine freundliche und wertschätzende Art mit meinen eigenen Anteilen konfrontiert und mich dabei begleitet, meine eigenen Lösungen zu finden. Dies werden Lösungen sein, die ich auch umsetzen werde, weil ich stolz darauf bin und sie deshalb nicht von meinem inneren Kind boykottiert werden.

  • Wenn Sie diese Thematik für sich vertiefen wollen, empfehle ich Ihnen Literatur zur Transaktionsanalyse (TA).

Seien Sie freundlich mit sich selbst!

Ihr

J. R.Remmé

Counselor grad. (BVPPT)

Gestalttherapeut & Orientierungsanalytiker

Altensteig,  27. Mai 2010

Sorgentelefon

Beratungsbedarf der neuen Wissensgesellschaft

27. November 2009 von admin

Wir kennen es noch aus der Schule. Da hat man von der Entwicklung der Wirtschaft von der Agrarwirtschaft zur Industriegesellschaft bis schließlich hin zur Dienstleistungsgesellschaft gehört. Inzwischen geht die Entwicklung natürlich weiter. Die Wissenschaft spricht jetzt bereits von der zukünftigen „Wissensgesellschaft“.

Jeder kennt das Sprichwort: “Wissen ist Macht!“ Das wird in Zukunft noch mehr Bedeutung gewinnen. In einem Prozess des lebenslangen Lernens müssen wir uns immer wieder neu den gesellschaftlichen und beruflichen Herausforderungen stellen und anpassen. Bereits heute ist unsere Welt so komplex wie nie zu vor.
Es wird immer schwerer für den Einzelnen sich darin zurecht zu finden. Es fällt zunehmend schwerer, den eigenen privaten und beruflichen Weg zu finden und die passenden Entscheidungen zu treffen.

An diesem Punkt setzt die (lösungsorientierte) psychologische Beratung an. Sie kann eine wertvolle Orientierungshilfe für den Klienten sein, um einen guten Lebensweg zu finden. Dabei versteht sich diese Beratung oder auch ein Coaching als temporäre Begleitung.
Sie wird immer dann wieder in Anspruch genommen, wenn neuer Beratungsbedarf im Laufe des Lebens entsteht. Sind Lösungen gefunden geht der Klient seinen Weg eigenständig weiter mit dem Wissen im Hinterkopf, jederzeit wieder unkomplizierte Beratung in Anspruch nehmen zu können.

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Lösungsorientierte Kurzzeittherapie

27. November 2009 von admin

Bereits Sigmund Freud sorgte für eine Revolution des Denkens. Er begründete die Psychoanalyse und stellte die Triebtheorie auf, die von einem sexuell orientierten Handeln des Menschen ausgeht.
Er nannte den Ort der unbewussten Triebe „Es“. Das bewusste Erleben das „Ich“ und das menschliche Gewissen das „Über-Ich“.
Das daraus folgende psychotherapeutische Vorgehen (Psychoanalyse und tiefenpsychologische Psychotherapie) ist vergangenheitsbezogen und problemorientiert. Man stellt die Frage: „Wo kommt das Problem her?“

Eine Weiterentwicklung von Beratung und Therapie ist auf die Humanistische Psychologie begründet. Sie geht vom Menschenbild eines von Natur aus glücklichen und zufriedenen Menschen aus. In der „klientenzentrierten Gesprächsführung“ oder der „Gesprächspsychotherapie“ (nach Carl Rogers) wird die Frage gestellt: „Was hält das Problem aufrecht?“. Das Vorgehen ist jetzt auf die Gegenwart bezogen aber noch immer problemorientiert.

Ein sehr modernes Verfahren ist das der Lösungsorientierten Beratung und der Lösungsorientierten Kurzzeittherapie (LKT). Hier wird von Anfang an auf Lösungen hin gearbeitet. Das Problem beinhaltet nur noch das Thema der Beratung. Es geht jetzt darum, Lösungen zu entwickeln und zu realisieren. Dazu nutzt der Klient seine eigenen Ressourcen, denn er bringt nach dem lösungsorientierten Ansatz alles mit, was zu einer Problemlösung notwendig ist. Die Herangehensweise ist jetzt zukunftsbezogen und lösungsorientiert. Im Vordergrund steht die Frage: „Wie realisiere ich Lösungen?“

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